Der Eislauf ist älter, als man vermuten möchte. Schon in der Steinzeit banden sich die Menschen Rentier- oder Rinderknochen unter ihre Fellschuhe, um über das Eis zu gleiten, wie man aus Funden in alten Mooren weiß.


 

 

 

 

Knochenschlittschuh [Wikisource]

Seit dem Mittelalter (etwa 1200) findet man in alten Büchern Berichte vom Eislauf und schon im 14. Jahrhundert gibt es Nachweise dafür, dass man Holzschlittschuhe mit Eisenschienen beschlagen hat. In den Niederlanden war der Eislauf schon zu dieser Zeit ein gängiges Fortbewegungsmittel – etwa für Botengänge über die Kanäle -, das bald auch zum Vergnügen genutzt wurde. Insofern ist Holland das Mutterland des Eislaufs als Volkssport.

Durch die Holländer kam dieser Sport nach England, wo 1742 in Edinburg auch der erste Eislaufverein gegründet wurde. Aber auch auf dem Festland war der Eislauf in gehobenen Kreisen bald beliebt. Madame Pompadour begab sich ebenso aufs Eis wie Klopstock und Goethe.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Eislaufschuhe aus dem 19. Jh. [Wikisource]

Unsere traditionellen Eislaufvereine entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als erster der Wiener Eislaufverein (WEV) 1867. Er blühte nicht zuletzt deshalb schnell auf, weil er 1868 den amerikanischen „Eistänzer“ Jackson Haines zu einigen Vorstellungen einlud, der auf dem Eis Walzer-, Mazurka- und andere Tanzschritte beherrschte und in der Wiener Gesellschaft eine wahre Eislauf-Euphorie auslöste. Als er wenige Jahre später wiederkam, war er verblüfft, dass die besten Wiener Eisläufer mit ihm mithalten konnten.

Und als 1882 in Wien der erste internationale Wettkampf überhaupt ausgetragen wurde, bei dem die besten österreichischen Läufer gegen die nordischen Länder antraten, erwies sich die Wiener Schule als klar überlegen.


In diesem Umfeld wurde 1883 – als dritter Verein der Monarchie – auch der Innsbrucker Eislaufverein gegründet, der bald im gesellschaftlichen und sportlichen Leben der Stadt eine herausragende Rolle spielte. 1894 erhielt er daher ein prächtiges Vereinshaus – den sogenannten „Forstpavillon“ auf dem Ausstellungsplatz im Saggen. Im 20. Jahrhundert nahm er am sportlichen Aufschwung des Eislaufs teil und profitierte von der Weltgeltung dieses Sports in Österreich. Er hatte daher auch die Ehre, 1926 die österreichische Meisterschaft auszurichten. Sein Erfolg führte dazu, dass 1900 ein Tennisclub und in den Zwanzigerjahren eine Eishockey- und eine Bobsektion eröffnet wurden, die bis in die 60-er Jahre im Verein inkorporiert waren.

Auch nach dem zweiten Weltkrieg gab es noch große sportliche Erfolge: Mit Helmut Ettl stellte der Verein von 1950 bis 1955 den Tiroler Meister, sein Nachfolger Gotwin Ettl gewann die Tiroler Meisterschaft in den folgenden fünf Jahren und wurde 1959 sogar österreichischer Juniorenmeister. Die Errichtung der Kunsteisbahn in der Messehalle 1959 eröffnete beste Zukunftsaussichten, die aber schon 1964 abgebrochen wurden, weil sie durch die Olympia-Eishalle ersetzt wurde. Die hohen Benützungsgebühren führten zu einem gewaltigen Mitgliederschwund, von dem sich der Verein nur langsam erholte.


Heute sieht der IEV seine erste Aufgabe darin, junge und jüngste Läufer in einen wunderschönen Sport einzuführen und sie sportlich zu begleiten. Er hat in Frau Maryna Kharkovchuk, Frau Sabine Auböck und Frau Mag. Tanja Pfitscher drei hervorragende Trainerinnen, die dafür sorgen, dass die Jungstars des Vereins Schrittfolgen und Mehrfachsprünge beherrschen, die vor etwa 100 Jahren noch unbekannt waren und vor einem halben Jahrhundert noch für internationale Spitzenplätze gut gewesen wären. Sie beteiligen sich regelmäßig an nationalen und internationalen Wettbewerben und vermehren fast Woche für Woche die Serie von Pokalen und Medaillen.



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